Mai 2011
Verehrte Weinfreunde!
Mit 2009 kommt nun auch für Rhône und Burgund ein Jahrgang auf den Markt, der durch die starke Nachfrage v.a. aber nicht nur aus Asien und teilweise gigantischen Preissteigerungen in Bordeaux für echte Aufregung sorgt. Beides ist durchaus real. Bedeutsamer ist allerdings, daß 2009 auch in Burgund und Rhône ein exzellenter bis großer Jahrgang mit sehr reifen und attraktiven Weinen ist.
Das weltweite Interesse ist im Moment derart enorm, daß viele Winzer sprichwörtlich den Boden unter ihren Füssen nicht mehr spüren, wie mir z.B. nach wochenlangem Nachbohren nach Preisen und Mengen Régis Forey aus Vosne-Romanée unlängst so schön schrieb: „je ne touche pas terre depuis le debut de l´année“. Zum Glück haben die meisten meiner Winzer ihre Erdung nicht verloren und ihre Preise nur geringfügig wenn überhaupt angehoben. Eine zurückhaltende Preispolitik einerseits und die geringen Mengen vieler Weine andererseits zwingen mich aber dazu, einige Lagenweine zu kontingentieren bzw. bevorzugt unter Berücksichtigung ausgewogener Bestellungen abzugeben.Ich habe vor kurzem eine weitere Verkostungsreise durch
Burgund und Südfrankreich unternommen, deren Ergebnisse ich Ihnen in den
nächsten Wochen präsentieren möchte.
Sollten Sie an meinem Subskriptions-Offert 2009
Teil 2 Interesse haben, sende ich Ihnen die aktuelle Liste gerne per email zu.
Oktober 2010
In der aktualisierten Ausgabe finden Sie eine Reihe neuer Weingüter und Weine, die teilweise bereits lieferbar sind, der Großteil kommt im Laufe November:
Vignobles sous le Vent (Vin de Pays des
Côtes Catalanes)
MARIUS der Château Latour
aus dem Roussillon ?
Domaine
SABARDA (Côtes du Roussillon)
Cédric BOUCHARD (Celles sur Ource)
Champagne Inflorescence & Champagne Roses de Jeanne
Champagne der Extraklasse
erobertparker.com
Mai 2010: "...these are some of the purest and most profound wines
being made anywhere in the world"
DOSNON-LEPAGE (Avirey-Lingey)
kommen nicht nur die besten
weißen Burgunder sondern auch die besten Pinot Noir aus der Champagne?
ein neues kleines feines Champagner-Haus
(nicht nur geografisch fast schon in der Burgund)
Domaine
Régis FOREY (Vosne-Romanée)
Domaine Hudelot-Noellat (Vosne-Romanée)
zwei neue Top-Produzenten mit kleinen und großen Lagen
Neue Weine von etablierten Weingütern meiner Liste gibt es u.a. von
Domaine Saint-Pierre
(Côtes
du Rhône Villages, Vacqueyras)
FERAUD-Brunel (Côtes
du Rhône Villages)
Domaine SAINT-DAMIEN (Gigondas,
Côtes
du Rhône)
Domaine de CRISTIA (Côtes
du Rhône, Châteauneuf-du-Pape)
Domaine du CAILLOU (Côtes
du Rhône, Châteauneuf-du-Pape)
LASSALLE
(Champagne)
Château
PLANERES (Côtes du Roussillon)
Ich werde Ihnen meine Neuzugänge demnächst wieder in
einer Verkostung präsentieren.
Sollten Sie an meinen Verkostungen bzw.
meinem Angebot interessiert sein und noch nicht in meiner mailing-Liste sein, senden Sie mir
bitte ein kurzes email.
Oktober 2009
Mittlerweile dürfte sich ja herumgesprochen haben, was uns mit dem Jahrgang 2007 aus dem Rhônetal erwartet. Nichts weniger als:
"Throughout the southern Rhône, 2007 is the greatest vintage I have tasted in my thirty years working in that region." Robert Parker
und aktuell hat er sogar noch einmal nachgelegt:
Tasting the 2007s out of bottle has confirmed my thoughts – this is a truly historic and profoundly great vintage. As the following tasting notes and commentary suggest, this may be the most compelling vintage of any viticultural region I have ever tasted.
Damit kann ich mir eigentlich jeden weiteren Kommentar ersparen. Und das tue ich auch indem ich meine detaillierten Kommentare und Verkostungsnotizen für mich behalte. Im Ernst, der größte Jahrgang ja vielleicht, ein ganz großer sicher, aber auch davon hat es in den letzten Jahren nicht gerade wenige gegeben. Leider können Sie aber nun keinen Jahrgang kaufen, sondern nur Wein, und da sieht die Sache wie immer schon wieder anders aus. In einem Satz zusammengefasst würde ich Parker ergänzen: es gibt keine Wunder und die Überraschungen sind nur für Uninformierte welche.
In Anbetracht der Flut an Parkerpunkten sind meine eigenen Eindrücke etwas nüchterner. Superlative und in gewissem Sinne auch extreme Jahrgänge verleiten offensichtlich auch Robert Parker zu Übertreibungen wie man sie schon 1998 oder 2003 gesehen hat. Nur die wirklich besten Weingüter und Weine aus diesen Jahrgängen können seine hohen Bewertungen heute rechtfertigen, während andererseits eher klassische Jahrgänge wie 2004, 2005 oder 2006 von ihm oft zu zurückhaltend beurteilt wurden.
2007 ist sicherlich ein ganz großer Jahrgang, der aber auch die Probleme der vorhin genannten Jahrgänge 1998 und 2003 einschließt. Nicht wenige Winzer - vor allem aus der zweiten Reihe - sind versucht, die Perfektion noch zu übertreffen und konstruieren Super-Cuvées aus überreifem Material, verwenden neues Holz und davon auch noch zu viel (!), kompensieren die Überreife dann mit spürbarer Säuerung der Moste usw. usf. Nicht jeder hat eben die Weine und Erfahrung um auf eigene Faust die Tricks von Philippe Cambié - das Rhône-Pendant zu Michel Rolland - sinnvoll und erfolgreich anzuwenden.
Zusammengefasst heißt das nichts weniger: absolutes
Weltklasseniveau findet man (fast nur) in Châteauneuf-du-Pape und da sind es die
gleichen zehn bis fünfzehn Winzer wie in den letzten Jahren.
Darüberhinaus tut sich im Spitzenbereich wenig: sehr sehr gute Weine auf
breitem Niveau, keine ernsten Herausforderer und keine wirklichen
Enttäuschungen. Meine Conclusio: ich werde Ihnen in diesem gehypten Jahrgang (Stephen
Tanzer: "For the most part, the hype is justified.") keine zusätzlich
neuen Winzer aus Châteauneuf-du-Pape anbieten!
Entdeckungen - eigentlich müsste ich aber sagen, Weine, die man ernst nehmen
kann und sollte - gibt es vor allem außerhalb von Châteauneuf-du-Pape. Begeistert
haben mich hier vor allem Winzer mit offensichtlich hervorragenden Lagen in
Côtes du Rhône Villages, Vacqueyras und Gigondas. Einige Winzer haben in den
letzten Jahren ihre Weingärten und Terroirs offenkundig besser kennengelernt
und bringen dies nun auch in den Weinen zum Ausdruck. Diese Entwicklung ist
sicherlich nicht auf 2007 beschränkt oder nur durch den herausragenden Jahrgang
bedingt. Voraussetzungen sind aus meiner Sicht eher die Qualität der oft sehr
alten Weingärten in sehr guten Lagen und ein eher puristischer
nicht-interventionistischer Vinifikationsstil. Robert Parker hat dies in
der aktuellen Ausgabe des Wine Advocate bestätigt: "I have never tasted
better Côtes du Rhônes, Gigondas, or sumptuous, rich, complex Vacqueyras than
the 2007s."
Ich glaube, Ihnen mit meinen Neuzugängen eine hervorragende Ergänzung meiner Selektion bieten
zu können. Näheres finden Sie in der aktualisierten Preisliste.
Neben der übermächtigen Präsenz der 2007er aus Südfrankreich stehen andere Regionen Frankreichs im Moment zwangsläufig im Schatten. Auch wenn ich wahrscheinlich nichts im nördlichen Rhônetal kaufen werde, hier habe ich einige hervorragende Weine verkostet. Mein persönlicher Geschmack findet aber offenkundig keine besondere Deckung mit Parker. Vielleicht dazu demnächst mehr.
Provence: Endlich gibt es ihn wirklich - Château de Pibarnon 2005. Letztes Jahr, einer meiner besten und interessantesten Weine auf der Vinisud, hat mich die bereits spürbare Wirtschaftskrise noch daran gehindert ihn zu importieren. Jetzt ist er aber da.
Burgund 2007 ist
nach dem Jahrhundertjahrgang 2005 und dem sehr guten 2006er ungerechtfertigt
etwas im Hintergrund. Auch wenn Wetterbericht und voreilige Verkostungen zuerst
etwas anderes vermuten haben lassen, die ersten seriösen Notizen der fertigen
Weine wie von Allen Meadows oder Neil Martin (erobertparker.com) vermitteln einen geradezu
euphorischen wenn auch stark vom Produzenten abhängigen Eindruck, also
eigentlich nicht überraschend für Burgund.
Meine üblichen
Verdächtigen werden Sie daher auch dieses Jahr im Programm finden.
Allen Meadows, burghound.com
Côte de Nuits: "a classic vintage that is variable but generally gave
very fine to excellent quality"
Chablis: "the best
growers produced flat out superb wines that are among the best that I have seen
in at least a decade"
Bordeaux: Wie gewohnt werde ich Ihnen keine Offerte für eine in Anbetracht der Marktlage weitgehend überflüssige Bordeaux-Subskription anbieten. Ich kaufe lieber noch leistbare Weine aus so hervorragenden Jahrgängen wie 2005 nach. Aktueller Neuzugang ist Château Puy Castéra Haut-Mèdoc, ein Weingut das in den letzten Jahren regelmäßig vom englischen Decanter unter die besten Cru Bourgeois gereiht wurde.